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Parkett schleifen

Wozu dieser Text?

Dieser Text dient zur freiwilligen Informationsentnahme. Irgendwann kommt sogar für den liebevollsten Parkettbesitzer der Punkt, an dem der Boden einfach nicht mehr sonderlich schön anzusehen ist. Denn je nachdem welches Holz man gewählt hat, kann es mehr oder weniger schnell passieren, dass unschöne Kratzer und Macken in der Versiegelung den Look und die Atmosphäre eines Bodens beeinträchtigen. Da ist es auch egal ob der Boden von großen Marken wie Haro oder Parador kommt, oder ob man einen einfachen Obi Boden benutzt. Doch immerhin: wenn es soweit gekommen ist, hat der Parkettnutzer einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Bodenbelägen. Er ist in der Lage das Parkett abzuschleifen bzw. es abschleifen zu lassen. Für die Sorte Menschen, die ihrem Boden also noch einmal den letzten Schliff verpassen wollen, dient dieser Text also als Überblick, was alles zu tun ist, wenn man seinem Boden etwas Gutes tun will. Doch auch Personen, welche ihren Boden schleifen lassen, sollten sich diesen Text durchlesen, damit sie wissen, was mit ihrem Schmuckstück passiert.


Wie oft kann ich meinen Parkettboden renovieren?

Leider hat auch Parkett seine Grenzen, was Renovierung betrifft. Wie oft man einen Bodenbelag abschleifen kann, hängt von der Dicke des Echtholzes ab. Nun wird manch einer sagen: "Aber beim Parkett schleifen wird doch nur die alte Lack- oder Ölschicht abgeschliffen und der Rest bleibt erhalten!" Doch das stimmt nicht ganz. Bei einem reibungslosen Schleifvorgang werden ca. 0,5 mm Holz mit abgetragen. Das bedeutet folgendes:

Mehrschichtparkett hat eine 2.5 mm bis 6 mm dicke Laufschicht. Massivparkett besitzt sogar eine Nutzschicht aus bis zu 22mm dickem Holz. Das heißt ein qualitativ gutes Mehrschichtparkett kann selbst mit nur 4 mm dicker Nutzschicht zweimal abgetragen und neu versiegelt werden! Je nach Nutzung und Umgang mit dem Parkett überdauert Mehrschichtparkett auf diese Weise bis zu 40 Jahre, während sich bei entsprechend guter Nutzung Massivparkett auch noch für die Enkel lohnt. Wenn man diese Nutzzeit mit der von anderen Böden vergleicht, erscheinen einem die Quadratmeter Preise schon recht günstig.


Der Parkett Schleifvorgang

Wenn ein Parkettboden neu versiegelt oder auch neu geölt werden soll, reicht es nicht, einfach eine neue Schutzschicht aufzutragen. Die schützende Schicht auf dem Boden muss vorher erst einmal bis auf den Holzgrund abgetragen - also abgeschliffen - werden. Hierzu sind bis zu 4 oder gar 5 Schleifgänge erforderlich bzw. Ratsam.

Zunächst benötigt man Geräte, mit deren Hilfe der Vorgang überhaupt von statten gehen kann. Im Grunde kann man sich alles nötige im Fachhandel - sprich: Obi, Praktiker oder sonstige Baumärkte - besorgen.
Wenn man dann alle nötigen Utensilien zur Hand hat, kann man recht zügig anfangen. In der Regel werden beim Schleifen Bänder der Körnung 24 - 36 - 60 - 100 verwendet.
Je nachdem wie alt der Boden ist und wie oft er schon abgeschliffen wurde, ist es Ratsam eine gröbere Körnung zu benutzen. Der Grundschliff wird jedoch in der Regel mit 24er Körnung gemacht. Danach sollten dann alle Überstände und Farbreste oder ähnliches entfernt sein.
Wenn noch Reste zu sehen sind oder der Boden älter ist, kann auch eine 36 Körnung verwendet werden. Nach dem ersten Schleifvorgang den Boden gründlich absaugen.

Die Mittlere Körnung 60 dient dazu, den Boden zu ebnen. Während dieses Schliffs können feine Risse oder Fugen entstehen. Diese Risse können mit einer Mischung aus Fugenkitt und schon angefallenem Schleifstaub ausgebessert werden. So entsteht keine Beeinträchtigung des Endergebnisses. Auch nach diesem Durchgang muss der Boden dringend gesaugt werden.

Der Feinschliff wird dann mit der feinsten Körnung gemacht. In der Regel ist dies die 100er Körnung. Man kann jedoch auch eine noch feinere Körnung benutzen z.B. eine 120. Dieser Schleifgang dient dazu den Boden komplett zu glätten.

Mosaikparkett oder in Würfeln verlegtes Parkett wird diagonal zum Faserverlauf von links nach rechts geschliffen. So ist gewährleistet, dass das Rad welches neben der Walze verläuft auf dem schon geschliffenen Teilstück läuft und nicht auf dem noch zu bearbeitenden Stück.

Stabparkett wird meistens im Winkel 7-15 Grad abgeschliffen. Der Feinschliff erfolgt dann jedoch in Faserrichtung.

Dielenboden wird generell parallel zum Dielenverlauf geschliffen. Sollte der Boden Unebenheiten aufweisen, empfiehlt sich hier jedoch eine diagonale Schleifbewegung, damit diese Störfaktoren besser eben werden.

Beim Schleifen führt die Maschine vorwärts und zieht sie dann auf derselben Spur und mit derselben Geschwindigkeit zurück. Die nächste Spur sollte dann ca. eine halbe Walzenbreite versetzt angefangen werden und in ebenfalls immer gleich bleibender Geschwindigkeit bearbeitet werden.

Das Einschleifen von unerwünschten Vertiefungen kann vermieden werden, indem sorgfältig darauf geachtet wird, dass die Walze am Anfang und am Ende jeder Spur kurz angehoben und falls die Schleifrichtung geändert bzw. die Spur gewechselt wird wieder vorsichtig heruntergelassen wird.

Da das Gerät nicht von alleine losschleift sonder geführt werden muss, bleibt der Boden hinter der Maschine im Wandbereich auf ca. 1 Meter ungeschliffen. Diese Fläche schleift man einfach nach dem Rest des Bodens in umgekehrter Richtung zur bereits gesetzten Schleifspur. Dieser Übergang zwischen den Schleifspuren muss unbedingt ansatzfrei geschliffen werden. Er sollte weiterhin gegenüber dem Lichteinfall liegen, da an dieser Stelle die Schattierungen, die durch unterschiedliche Schleifrichtungen entstehen, fast nicht wahrnehmbar sind. Aus diesem Grund ist besonders an dieser Stelle des Prozesses Vorsicht und besondere Sorgfalt gefragt.


Ränder und Ecken schleifen

Da Schleifmaschinen für die großen Flächen recht sperrig sind und nicht in allen Ecken oder auch Rändern Restlos schleifen, benötigt man einen Tellerrandschleifer.

Im Grunde empfiehlt es sich einfach, mit der Flächenschleifmaschine, so nah wie möglich an der Wand entlang zu schleifen. Anschließend kann man dann die verbleibenden Flächen - wieder möglichst Übergangslos - nacharbeiten.

Die Ränder bearbeitet man am besten mit gleicher Körnung wie zuvor den gesamten Boden. Dies verspricht ein gleich bleibend gutes und ebenes Schleifbild.

Die Ecken bearbeitet man am besten mit einem Dreiecksschleifer bzw. von Hand mittels Dreikantschaber, Stecheisen oder einer Ziehklinge.

Nach Beendigung aller Arbeiten fegen Sie den Boden erneut gut aus oder/und saugen ihn mit einem Staubsauger gründlich ab. So wird gewährleistet, dass beim Auftragen der neuen Schutzschicht kein Staub unter der Schicht hängen bleibt und das Bild stört. Allerdings ist dies auch nicht immer komplett zu vermeiden.
Den angefallenen Schleifstaub bzw. Staubbehälter sollte man nie im Haus aufbewahren, da recht große Entzündungsgefahr des feinen Staubs besteht.

Alle Preise inklusive gesetzlicher MwSt. zzgl. Versandkosten UVP = Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers
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