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Was muss ich zum Einbau einer Fußbodenheizung wissen?

Eine Fußbodenheizung ist eine besonders effektive Heizmethode. Was liegt da näher, als die wärmespeichernden Eigenschaften eines Parketts mit dieser effektiven und modernen Heizform zu verbinden? Immer mehr Bauherren setzen auf eine Kombination aus Fußbodenheizung und Holzparkett, denn grundsätzlich ist eine solche Kombination sinnvoll. Um ein Maximum an Effektivität der Heizung zu erreichen, sollte bei der Verlegung von Parkett auf einer Fußbodenheizung einiges berücksichtigt werden. Die Materialien sollten mit Bedacht ausgewählt werden, um sich die natürlichen Eigenschaften des Holzes und des Rohrwerks zu Nutze zu machen.

Der Untergrund

Der Untergrund muss bestimmte Voraussetzungen mitbringen bzw. entsprechend vorbereitet werden. Im Idealfall ist der Untergrund bereits feuerfest. Er sollte sich grundsätzlich für die Einlassung einer Fußbodenheizung und für die dauerhafte Nutzung eines Parkettfußbodens eignen. Wir raten dazu, den Untergrund mit Heizestrich aufzubereiten bzw. nachzurüsten. Bei der Verarbeitung des Estrichs sollten Sie unbedingt die Anweisungen und Hinweise auf dem technischen Merkblatt des Estrichherstellers befolgen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Fußbodenheizung 1

Das richtige Parkett

Holz ist ein Baumaterial, das ständig arbeitet. Das heißt, dass sich das Holz bei unterschiedlichen Temperaturen und Feuchtigkeit ausdehnt bzw. zusammenzieht. Das Parkett ist diesen Bewegungen ständig ausgesetzt. In der Praxis haben sich neben exotischen Holzarten wie Merbau, Bambus, Doussie oder Olivenholz auch einheimische Holzsorten wie Eiche, Kirsche oder Nussbaum als brauchbar erwiesen. Buche oder Ahorn eignen sich weniger über einer Fußbodenheizung, da sie zu ausgeprägter Fugenbildung neigen.

Das Holz sollte eine gute Wärmeleitfähigkeit besitzen, damit die Wärme der Fußbodenheizung nicht unnötig verpufft. Generell leiten Harthölzer die Temperatur besser als Weichhölzer. Der Grund dafür liegt in den Materialeigenschaften des Holzes. Bei der Parkettwahl sollten Sie darauf achten, dass der Wärmedurchlasswiderstand 0,18 m² K/W nicht übersteigt. Angaben dazu finden Sie auf den Produkthinweisen der Parketthersteller. Die Feuchtigkeit des Holzes spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Ist das Holz sehr feucht, können sich nach dem Verlegen größere Fugen bilden. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Stäbe des Parketts, desto kleiner sind auch die Fugen. Vor diesem Hintergrund raten wir von einer Verwendung großer Einzelelemente oder Schiffsböden ab.

Optimal über einer Flächenheizung ist Massivparkett mit Nut und Feder oder ein 2-Schicht- Einzelstabparkett mit einer Stärke von 10 mm. Ebenfalls gut geeignet ist Mosaikparkett mit einer Stärke von 8 mm, Stabparkett bis zu einer Stärke von maximal 19 mm oder ein schubfest verklebtes 3-Schicht-Fertigparkett. Bei Mehrschichtparkett sollten Sie vor allem kleinformatige und kurze Elemente bevorzugen. Insgesamt sollte das Parkett nicht dicker als ca. 22-24 mm sein.

Massivparkett

Bevorzugen Sie ein Massivparkett, möchten wir Ihnen Hölzer mit möglichst geringem Schwind- und Quellverhalten wie Eiche, Nussbaum oder tropische Hölzer mit stehenden Jahresringen empfehlen. Gut geeignet ist ein Mosaikparkett mit einer Stärke von 8 mm. Auch bei größeren Temperaturschwankungen kommt es bei den vorgeschlagenen Hölzern kaum zu Verformungen. Dadurch können Sie der Fugenbildung während der Heizperiode entgegenwirken und das Parkett bleibt optisch einwandfrei.

Mehrschichtparkett

Wenn Sie sich für ein Mehrschichtparkett entschieden haben, brauchen Sie sich wegen der Fugenbildung weniger Gedanken zu machen. Für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung eignet sich besonders ein 2-Schicht-Parkett. Es sollte möglichst vollflächig verklebt sein, da trotz der vergleichsweise dünnen Holzschicht eine hohe Formstabilität gewährleistet ist.

Parkettmuster

Bei der Auswahl Ihres Fußbodens sollten Sie möglichst auf ein Muster mit unterschiedlichen Ausrichtungen zurückgreifen. Wir empfehlen Ihnen ein Parkett mit Fischgrät-, Flecht- oder Würfelmuster. Diese Musterformen eignen sich besser über Fußbodenheizungen als schwere Dielen oder Schiffsbodenmuster. Parkettmuster mit unterschiedlichen Ausrichtungen ergeben beim Aufwärmen des Holzbodens einen besonders homogenen Gesamteindruck.

Fußbodenheizung 2

Verlegung des Parketts

Um einen optimalen Wärmedurchlass zu erreichen, sollte der Parkettfußboden vollflächig mit dem Untergrund verklebt werden. Durch die vollflächige Verklebung werden Hohlräume zwischen Parkett und Untergrund vermieden. Bei schwimmend verlegten Parkett, bei dem noch zusätzlich eine Trittschallmatte verwendet wird, entstehen zwischen Heizung und Parkett Luftschichten, die die Wärme erst einmal durchdringen muss, bevor sie sich im Raum ausbreiten kann. Dabei geht viel Wärme und Energie verloren, so dass sich unter Umständen der Einbau einer Fußbodenheizung nicht mehr lohnt bzw. deren Leistung kaum ausreicht. Durch eine vollflächige Verklebung können Sie bei einer Flächenheizung insgesamt bessere Werte für Tritt- und Raumschall erreichen.

Bei der Verklebung des Parketts wird das Arbeiten des Holzes eingeschränkt, dass sich positiv auf die Fugenbildung auswirkt. Wir empfehlen die vollflächige Verklebung auch bei einem 3-Schicht- Fertigparkett. Dadurch können Luftpolster zwischen Heizung und Parkett vermieden werden, die Heizleistung deutlich vermindern würde. Für die Verklebung des Parketts auf dem Heizestrich können Sie handelsübliche schubfeste und möglichst temperaturstabile Parkettklebstoffe verwenden. Schubfest verklebtes Parkett arbeitet allgemein weniger und garantiert eine höhere Wärmeübertragung als schwimmend verlegte Fertigparkettarten.

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Oberflächenveredelung

Neben Holzart und Verlegung des Parketts, spielt die Oberflächenveredelung eine besondere Rolle. Holz muss atmen. Eine Versiegelung der Oberfläche durch Lacke verschließt die Poren des Holzes. Dadurch entstehen im Holz Luftpolster, die die Wärme im Material festhalten und isolierend wirken. Bei auf Wasser basierenden und lösemittelhaltigen Zweikomponenten-Lacken sowie bei sehr spröden Lacken kann es obendrein zur Seitenverleimung der Parkettelemente kommen. Zwar verklebt der Lack die Fugen des Parketts, doch bei der Schwind- und Quellbewegung des Holzes kann es passieren, dass der Lack reißt und es zur unerwünschten Block- oder Fugenbildung kommt. Statt einiger kleiner Fugen entsteht so eine große unansehnliche Fuge. Sollten Sie nicht auf eine Versiegelung der Oberfläche verzichten wollen, empfehlen wir Ihnen eine geeignete Grundierung und Lacke mit besonders hoher Elastizität zu verwenden.

Besser geeignet sind geölte Hölzer, Wachssysteme, Zweikomponenten-Lacke oder Kunstharzsiegel. Die Poren des Materials bleiben offen und das Holz kann Feuchtigkeit besser aufnehmen und wieder abgeben. Wenn Sie Öle zur Pflege Ihres Parketts verwenden, sollten Sie ausschließlich mit aushärtenden Ölen arbeiten. Hartwachsöle sind für die Verwendung auf Parkettfußböden eher ungeeignet, da Wachs auf erwärmten Oberflächen nicht oder nur schwer aushärtet. Infolgedessen werden sie schnell wieder abgetragen, was zu einer erhöhten Pflege des Parkettbodens führt.

Überhitzung des Bodens

Damit Ihr Parkettboden nicht überhitzt, sollten Sie sich an einige Richtwerte beim Heizen halten. Wir empfehlen, dass die Temperatur an der Oberfläche des Heizestrichs nicht mehr als 27 bis 29° Celsius beträgt. Rein rechnerisch ergibt das eine Parketttemperatur von etwa 23 bis 24° Celsius. Dies wiederum entspricht einer Raumtemperatur von wohligen 20° Celsius. Wenn das Haus den aktuellen Energiesparverordnungen entspricht, reichen sogar noch niedrigere Temperaturen, um den Raum auf eine angenehme Wärme zu bringen.

Sie sollten großflächige Teppichböden sowie allzu große und schwere Möbel auf ihrem Parkett vermeiden, wenn Sie sich möglichst lange daran erfreuen wollen. Durch das Zulegen bzw. Zustellen des Fußbodens verringert sich die Heizleistung der Flächenheizung spürbar. Unter den zugestellten Flächen kommt es dagegen zu einem Wärmestau. Die Wärme wird nicht wie gewünscht an den Raum abgegeben, wodurch die Leistung der Anlage durch das Thermostat automatisch erhöht wird. Das treibt zum einen die Heizkosten und zum anderen schadet es dem Holz. Im schlimmsten Fall kann es zu Schäden am Parkett und/oder der Unterkonstruktion kommen.

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